Gemeinsam für eine verbindliche inklusive SGB-VIII-Reform
Anlässlich des parlamentarischen Gesprächs mit Bundestagsabgeordneten am 2. Oktober 2026 haben wir gemeinsam mit AFET , BVkE und EREV eine Position zur aktuellen SGB-VIII-Reform vorgelegt.
Wir unterstützen die Weiterentwicklung des SGB VIII zu einer inklusiven, leistungsfähigen, verlässlichen und adressatenorientierten Kinder- und Jugendhilfe. Für uns ist dabei zentral: Strukturreform und inklusive Weiterentwicklung gehören zusammen. Veränderungen bei Steuerung, Sozialraumorientierung, Infrastruktur und Leistungsgewährung können nicht losgelöst von der künftigen Gesamtzuständigkeit der Kinder- und Jugendhilfe für junge Menschen mit und ohne Behinderungen betrachtet werden.
Gemeinsam sprechen wir uns deshalb für eine Reform in einer Stufe aus, in der die strukturelle Weiterentwicklung des SGB VIII und die inklusive Gesamtzuständigkeit gemeinsam und verbindlich gesetzlich geregelt werden. Individuelle Rechtsansprüche, Beteiligung, Wunsch- und Wahlrecht sowie eine bedarfsgerechte Hilfeplanung müssen dabei gesichert bleiben. Präventive, sozialräumliche und infrastrukturelle Angebote müssen gestärkt und verlässlich finanziert werden. Sie können individuelle Hilfen sinnvoll ergänzen, dürfen sie aber nicht ersetzen, wenn im Einzelfall eine individuelle Hilfe erforderlich ist.
Aus unserer Sicht braucht eine inklusive Kinder- und Jugendhilfe zudem eine verbindliche Zusammenarbeit der beteiligten Systeme und eine starke Jugendhilfe- und Infrastrukturplanung vor Ort. Ziel müssen gleichwertige Lebensverhältnisse für alle jungen Menschen mit und ohne Behinderungen sein. Die Qualität und Verfügbarkeit von Hilfen und Infrastruktur darf nicht davon abhängen, wo ein junger Mensch lebt.
Mit Blick auf die aktuellen Kostendiskussionen ist für uns zugleich klar: Einsparungen dürfen nicht zulasten individueller Rechtsansprüche, fachlicher Standards oder einer bedarfsgerechten Infrastruktur gehen. Die finanziellen Auswirkungen der Reform müssen realistisch, transparent und nachvollziehbar dargestellt werden. Dabei müssen auch die gesellschaftlichen und volkswirtschaftlichen Folgen berücksichtigt werden, die entstehen, wenn junge Menschen nicht die Unterstützung erhalten, die sie benötigen.
Mit der gemeinsamen Position bringen wir diese Anliegen in das parlamentarische Gespräch ein und setzen uns für eine verbindliche Perspektive für eine inklusive Kinder- und Jugendhilfe ein.