Junge Menschen brauchen passende Hilfen statt pauschaler Vorrangregeln!
Gemeinsamer Appell: Junge Menschen brauchen passende Hilfen statt pauschaler Vorrangregeln
Der Paritätische Gesamtverband e. V., Terre des Hommes Deutschland e. V., die Internationale Gesellschaft für erzieherische Hilfen e. V. (
IGfH
) und der Bundesverband Caritas Kinder- und Jugendhilfe e. V. (
BVkE
) appellieren gemeinsam an den Gesetzgeber, auf die geplante Vorrangregelung in § 27 Abs. 5 SGB VIII-E zu verzichten.
Die Verbände unterstützen ausdrücklich den Ausbau niedrigschwelliger Infrastruktur- und Regelangebote. Zugleich betonen sie, dass diese Angebote individuelle Hilfen nicht ersetzen dürfen. Infrastrukturleistungen und Hilfen zur Erziehung erfüllen unterschiedliche Aufgaben und müssen gleichrangig, verlässlich und bedarfsgerecht zur Verfügung stehen. Mit der vorgesehenen Regelung drohen die individuellen Bedarfe aus dem Blick zu geraten. Dies kann den Zugang zu passgenauen Hilfen erschweren, das Wunsch- und Wahlrecht sowie die ergebnisoffene Hilfeplanung schwächen und bestehende regionale Ungleichheiten verstärken. Zudem sind zusätzliche Prüf- und Dokumentationsaufwände für die Jugendämter zu erwarten, ohne dass damit die Unterstützung für junge Menschen und Familien verbessert wird.
Die Verbände fordern daher, die Verbindlichkeit individueller Rechtsansprüche und bedarfsgerechter Hilfen zu sichern. Kinder, Jugendliche und Familien müssen sich darauf verlassen können, die Unterstützung zu erhalten, die ihrer jeweiligen Lebenssituation und ihrem tatsächlichen Bedarf entspricht. Nur so bleibt die Kinder- und Jugendhilfe verlässlich, wirksam und gerecht.





