Freiheitsentziehende Maßnahmen in der inklusiven Kinder- und Jugendhilfe
Die geplante inklusive Weiterentwicklung des SGB VIII rückt Fragen des Grundrechtsschutzes und des Umgangs mit freiheitsentziehenden Maßnahmen in Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe sowie der Eingliederungshilfe verstärkt in den Fokus fachlicher und fachpolitischer Debatten. Insbesondere im Umgang mit jungen Menschen mit sogenannten „komplexen Hilfebedarfen“ werden freiheitsentziehende Maßnahmen und geschlossene Unterbringungsformen erneut verstärkt diskutiert, obwohl diese seit Jahrzehnten wissenschaftlich und fachpolitisch kritisch bewertet werden und Betroffene von erheblichen Grundrechtsverletzungen berichten. Während freiheitsentziehende Maßnahmen in der Kinder- und Jugendhilfe zunehmend Aufmerksamkeit erfahren, bleibt ihre Bedeutung in den Hilfen für junge Menschen mit Behinderungen bislang vergleichsweise wenig berücksichtigt.
Vor diesem Hintergrund diskutierte das Expert*innengespräch zentrale Erkenntnisse aus Forschung und Praxis und setzte sich mit fachlichen sowie strukturellen Voraussetzungen für eine inklusive Kinder- und Jugendhilfe auseinander, die die Rechte und Perspektiven junger Menschen stärkt und freiheitsentziehende Maßnahmen kritisch bewertet.