Materialien zur Heimerziehung - Ausgabe 02 + 03 -1986
Das vorliegende Heft beschäftigt sich mit der Thematik:
Unterschiedliche Formen und Selbstverständnis heutiger Heimerziehung.
Ausgehend von der traditionellen Heimerziehung, in deren hartem Kern die historische Herkunft aus der Anstaltserziehung nach wie vor sichtbar ist, haben sich in den letzten 10-15 Jahren Angebotsformen und Binnendifferenzierungen entwickelt, die mit dem klassischen Heimbegriff kaum noch zu fassen sind. Entsprechend gestaltet sich der administrative, juristische und finanzielle Umgang mit diesen neuen Formen der Heimerziehung oft schwierig. Deutlichstes Beispiel dieser Probleme ist ein inzwischen rechtskräftiges Urteil des Verwaltungsgerichts Düsseldorf vom 13. 4. 84, das den Bezugspunkt für die meisten Beiträge dieses Heftes darstellt. Das zweite Beispiel ist das Betreute Einzelwohnen, das als Alternative zu gruppenpädagogischen Ansätzen der öffentlichen Erziehung entwickelt wurde. Als dritte Entwicklung lassen sich Angebotsformen nennen, die im Zwischenbereich zwischen Pflegefamilienerziehung und Heimerziehung als Verbindung von professionellen und familialen Lebensformen entstanden sind und zunehmend weiter entwickelt werden. Das vorliegende Heft will im Anschluß an die IGfH -Tagung zum Thema: Funktion und Selbstverständnis heutiger Heimerziehung am 27./28. 5. 86 Informations- und Argumentationsmaterial zu diesen Entwicklungen zusammentragen: Nach zwei einführenden Beiträgen von Christian Schrapper/Claudia Heckes und Klaus Münstermann dokumentieren wir das obengenannte „Düsseldorfer Urteil", das man — wie die Beiträge von Hannelore Häbel und Dr. Moritz Linzbach zeigen — durchaus unterschiedlich kommentieren kann. In drei weiteren Berichten werden an Beispielen Entwicklungen in der Praxis illustriert. Den Abschluß bilden Expertisen, Stellungnahmen und Empfehlungen zu besonderen Formen der Weiterentwicklung in der Heimerziehung.