Materialien zur Heimerziehung - Ausgabe 04 - 1972

Erste Seite der Materialen zur Heimerziehung mit Text in Schwarz-Weiß

Inhalt:

  • Reform der Heimerziehung in Osterreich
  • Ergebnisse der Wiener Heimkommission
  • Blick über die Grenzen: Ein internationaler Kongreß der FICE -Austria

Reform der Heimerziehung in Österreich

Anfangs 1971 veranstaltete das Jugendamt der Stadt Wien eine „Enquete für aktuelle Fragen der Heimerziehung" unter Beteiligung von Kommunalpolitikern, Wissenschaftlern und Fachleuten. Damals wurde eine „Kommission für Fragen der Heimerziehung" gebildet, um — in den Worten des Wiener Bürgermeisters Felix Slavik — „Fragen der Heimerziehung zu diskutieren, Probleme zu klären und wenn möglich, zeitgemäße und auch für die Zukunft offene Lösungen zu erarbeiten". Die Wiener Heimkommission selbst sah sich damit vor die schwierige Aufgabe gestellt, „die vielfältigen Anregungen, welche die Enquete ergab, neueste wissenschaftliche Erkenntnisse, die Erfahrungen der in Wien einschlägig tätigen Pädagogen, aber auch die realen Möglichkeiten, innerhalb derer Heimerziehung unter den gesellschaftlichen Gegebenheiten stattfinden kann, zu berücksichtigen".

Ergebnisse der Wiener Heimkommission

Die Kommissionsmitglieder erzielten Einvernehmen darüber, daß nach wissenschaftlichen Erkenntnissen Heime nur dort einen Ersatz für Familienbetreuung darstellen können, wo keine anderen Möglichkeiten bestehen oder solche keine ausreichende Erfolgsgewähr bieten. Heime, denen eine dermaßen besondere Funktion zusteht, müssen ausreichend von geschulten Fachleuten, wie Psychologen, Psychiatern, Fürsorgern, Heilpädagogen und Logopäden betreut werden und über entsprechend ausgebildetes Personal verfügen.

Blick über die Grenzen: Ein internationaler Kongress der FICE-Austria

Die österreichische Nationalsektion der FICE nahm die Veröffentlichung des Berichts der " Wiener Heimkommission" zum Anlaß, drei Vertreter westlicher und östlicher Länder einzuladen mit der Bitte, über die Thesen des Heimberichts aus der Sicht ihrer Länder zu sprechen. Eingeladen waren Polen, DDR, CSSR, die Schweiz, die Niederlande und die Bundesrepublik. Leider waren die Vertreter der DDR und der CSSR verhindert. Möglicherweise wird der FICE-Austria von den fehlenden Ländern noch ein schriftlicher Bericht zugehen.

 

Erscheinungsjahr
2020
Ausgabe
04
Sammelband
Nein