INTEGRA

Implementierung und Qualifizierung integrierter, regionalisierter Angebotsstrukturen in der Jugendhilfe
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Stadtteil Integra

INTEGRA ist ein auf fünf Jahre (Oktober 1998 bis September 2003) angelegtes Praxisprojekt zur Implementierung und Qualitätsentwicklung integrierter, regionalisierter sozialpädagogischer Hilfen.

Der Umbau der Jugendhilfe in Richtung auf eine stärker präventiv ausgerichtete, integrierte und regionalisierte Angebotsstruktur mit den Zielen

  • einer verbesserten AdressatInnen-Orientierung,
  • einer Stärkung der Ressourcen des sozialen Nahraums sowie nicht zuletzt
  • einer Verbesserung einer gemeindenahen primären Jugendkriminalprävention

wird von großen Teilen der sozialpädagogischen Fachwelt gefordert (z.B. im 8. und 9. Jugendbericht), praktisch aber kaum verwirklicht. Meist bleibt es bei Initiativen einzelner Träger und Versuche, erzieherische Hilfen für eine ganze Region niedrigschwelliger zu gestalten, besser miteinander zu verzahnen und dadurch Ausgrenzungen und problematische "Hilfekarrieren" zuvermeiden. 
Das Bundesmodellprojekt INTEGRA , das federführend von der Internationalen Gesellschaft für erzieherische Hilfen - IGfH durchgeführt wird, soll den schwierigen Prozess des Umsteuerns auf eine integrierte Angebotsstruktur in einigen ausgewählten Regionen praktisch unterstützen, überregiona lrelevante Qualitätskriterien entwickeln und zu einer bundesweiten Verbreitung dieses Ansatzes beitragen.

In fünf ausgewählten Beispielregionen - der Stadt Celle, der Landeshauptstadt Erfurt, der Landeshauptstadt Dresden, der Stadt Frankfurt an der Oder und dem Landkreis Tübingen - wird dieser Reformprozess durch Regional-ModeratorInnen vor Ort unterstützt und evaluiert. Die Koordination, bundesweite Evaluation und Dokumentation der Reformprozesse in den Beispielregionen wird durch eine bei der IGfH -Geschäftsstelle in Frankfurt/Main angesiedelte Zentralstelle geleistet.
Die Beispielregionen verbindet, dass sie aufgrund kommunalpolitischer Beschlußlage und getragen vom öffentlichen und den freien Trägern der Jugendhilfe in der Region, ihre Jugendhilfeangebote - und hierin vor allem die Hilfen zur Erziehung - reformieren wollen in Richtung auf

präventiv ausgerichtete Hilfen
Dies beinhaltet ein offensives Verständnis von Jugendhilfe als einer Querschnittsaufgabe kommunaler Sozialpolitik, das Bearbeiten der Frage, welche (sozialpädagogischen) Dienstleistungen für Kinder, Jugendliche und Familien in einem Gemeinwesen notwendig, nützlich und brauchbar sind, um den in § 1 KJHG formulierten Zielsetzungen nahezukommen.

integrierte Hilfen
Dies meint, dass sozialpädagogische Hilfen für junge Menschen und ihre Familien flexibel an deren jeweiligen Bedürfnissen orientiert angeboten werden, gemäß der Leitlinie der "Hilfen aus einer Hand". Integrierte Hilfen stehen zugleich für den Versuch, Hilfen so zu organisieren, dass Probleme bzw. Jugendliche möglichst nicht ausgegrenzt werden.

regionalisierte Hilfen
Dies steht dafür, dass Hilfen am Lebensfeld der Betroffenen ansetzen, die Ressourcen des jeweiligen Gemeinwesens - auch durch Vernetzung mit anderen gesellschaftlichen Institutionen wie Schule, Kindergarten, Jugendhaus etc.- einbeziehen und dessen Selbsthilfepotentiale erhöhen sollen. Dies steht auch für den deutlichen Vorrang regionaler Versorgung und gegenüberregionale Unterbringung.

Aufgaben der Regional-ModeratorInnen sind u.a.
- Kooperationen zwischen Trägern und Fachkräften zu fördern,
- MitarbeiterInnen in Bezug auf den INTEGRA -Reformprozess zu qualifizieren und Verfahren der Qualitätssicherung zu entwickeln sowie
- die Erfahrungen mit dem regionalen Reformprozess zu dokumentieren und auszuwerten.

Aufgaben der Zentralstelle sind u.a.
- die Kommunikation zwischen den Projektstandorten sowie zwischen dem Projekt und der Fachöffentlichkeit zu sichern,
- Konzepte und Arbeitshilfen für die Regionen zu entwickeln,
- die regionalen Reformprozesse vergleichend zu evaluieren, überregional bedeutsame Trends zu identifizieren und diesbezügliche Erfahrungen über Fachtagungen und Publikationen bekanntzumachen.