"Global Girlhood Report 2020" und "Protect a Generation" -Report beleuchten Auswirkungen der Pandemie auf Kinder und Jugendliche

Image
Globus

Mit dem Bericht „Protect a Generation“ hat Save-the-Children die Ergebnisse einer globalen Umfrage zu den Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Lebenslagen von Kindern und Jugendlichen vorgelegt. An der quantitativen Studie haben über 17.500 Eltern und Sorgeberechtigte und rund 8.000 Kinder und Jugendliche aus 37 Ländern teilgenommen.
Die Umfrage belegt, dass die COVID-19-Pandemie die Ungleichheiten entlang der Dimensionen Schutz, Wohlstand, Bildungschancen und besonders Geschlecht verstärkt. Während der Schulschließungen betrug der Anteil gemeldeter Fälle von häuslicher Gewalt bei 17 Prozent, verglichen mit 8 Prozent, als Kinder noch zur Schule gingen. Zwei Drittel der Kinder gaben zudem an, während der Schulschließungen überhaupt keinen Kontakt zu ihren Lehrkräften gehabt zu haben, im östlichen und südlichen Afrika waren es sogar acht von zehn Kindern.

Zur Globalen Umfrage „Protect a Generation“
 
Ein spezifischer Bericht von Save-the-Children zur Situation von Mädchen, der „Global Girlhood Report 2020“, zeigt zudem, dass Mädchen von den Alltagsfolgen der COVID-19-Pandemie stärker betroffen sind als Jungen: 63 Prozent der Mädchen sagten, dass sie nun mehr Hausarbeiten erledigten und mehr als die Hälfte gab an, mehr Zeit für die Betreuung von Geschwistern aufzuwenden. Bei den Jungen waren es 43 Prozent beziehungsweise 42 Prozent. 20 Prozent der Mädchen gaben an, dass sie während der Schulschließung keinen Zugang zu alternativen Bildungsgelegenheiten hatten, während dies „nur“ bei 10 Prozent der Jungen der Fall war.
 
Save-the-Children geht zudem davon aus, dass in humanitären Krisen Mädchen am stärksten von Frühverheiratung und Frühschwangerschaft bedroht sind. Besonders viele Frühverheiratungen gibt es in Südasien (191.000), gefolgt von West- und Zentralafrika (90.000) und Lateinamerika/Karibik (73.400). Auch in Ostasien und in der Pazifikregion (61.000), Europa und Zentralasien (37.200) sowie im Nahen Osten und Nordafrika (14.400) nehmen Frühverheiratungen im Kontext der Pandemie wieder zu.

Zum „Global Girlhood Report 2020“
Quelle: Save the Children vom 10.09.2020 und 01.10.2020

Themen