DJI-Forschungsüberblick beleuchtet Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Arbeit im Kinderschutz

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Handabrücke

Dr. Birgit Jentsch und Dr. Brigitte Schnock vom Deutsches Jugendinstitut (DJI) haben im Rahmen des Nationalen Zentrums Frühe Hilfen (NZFH) untersucht, welche Auswirkungen die Pandemie auf den Kinderschutz hat und wie sich die Arbeit von Fachkräften mit den aktuellen Herausforderungen verändert. Die DJI-Wissenschaftlerinnen werteten wissenschaftliche Artikel, Positionspapiere von Berufsverbänden und erste Ergebnisse empirischer Studien aus. Nach wie vor ungeklärt ist, ob die Pandemie zu mehr Gewalt in Familien geführt hat. Während die Zunahme der Hilfegesuche in Kinder- und Elternchats bzw. Sorgetelefonen als Hinweis für ein erhöhtes Gefährdungsrisiko, sowie die Zahlen der Gewaltschutzambulanz des Universitätsklinikums Charité als Zunahme gelesen werden können, geht aus den Ergebnissen wie bspw. des Jugendhilfebarometer keine generelle Zunahme der Gefährdungsmeldungen hervor, so die Autor*innen. Ob es tatsächlich entgegen zahlreicher Befürchtungen nicht zu einem Anstieg der Gewalt in Familien kam oder ob das Dunkelfeld nicht entdeckter Gefährdungen während der Pandemie gewachsen ist, muss offen bleiben. Fest steht: In Deutschland gingen vor der Pandemie etwa 40 Prozent der Hinweise auf Kindeswohlgefährdungen von Schulen, Kitas und Horten aus.

Die Ergebnisse erschienen u.a. in dem Artikel „Kinder im Blick? Kindeswohl in Zeiten von Corona“, in: Sozial Extra 5/2020.

Quelle: DJI vom 08.10.2020

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