Materialien zur Heimerziehung - Ausgabe 03 -1979
Vom 5.-8.11.1979 findet die Jahrestagung der internationalen Gesellschaft für Heimerziehung in Augsburg statt. Dieses Heft enthält das Tagungsprogramm und einige Vorbereitungsmaterialien. Vera Birtsch berichtet über eine Fachtagung von Erziehern und Psychologen. Sie plädiert für die Integration psychologischer Strategien in den Heimalltag und problematisiert die Stellung des Psychologen in der Heim-Hierarchie. Almuth Bruder-Bezzel diskutiert einige allgemeine Probleme zur Bedeutung und Funktion des Psychologen im Heim. Die besonderen Probleme der Psychologen sind, so ihre These, die allgemeinen Probleme der Heimerziehung. Erhard Wedekind, Mitarbeiter im „Haus Sommerberg", schildert — aus der Perspektive des Erziehers — das Dilemma „bloßer" Pädagogik in der Heimerziehung: ein Aspekt, der für die Bestimmung des Verhältnisses von Pädagogen und „Spezialisten" in der Heimerziehung von größter Bedeutung ist. „Wer ist hier der Hilflose, heißt der Aufsatz von Michael Buchholz. Die These des Aufsatzes ist: die widersprüchliche Rolle von Erziehern und Sozialarbeitern als „Helfer" und „ Kontrolleur" wird — statt den Widerspruch als Bestandteil der Arbeit zu akzeptieren und zu thematisieren — durch die scheinbare neutrale therapeutische Professionalisierung verdrängt. Jürgen Blandow hat die Zitate von Kindern und Jugendlichen zum Heimalltag, zur Diagnostik und Therapie gesammelt, sowie die Literaturauswahl zu den Tagungsthemen gefertigt. Er hat auch die Zusammenstellung dieses Heftes, das der Einstimmung zu der Augsburger Tagung dienen soll, vorgenommen.