Materialien zur Heimerziehung - Ausgabe 02 -1989
Die von Hannah Arendt bereits in den fünfziger Jahren gemachte Vorhersage, daß der Arbeitsgesellschaft die Arbeit ausgehe, scheint sich immer mehr zu bewahrheiten. Zeiten der Arbeitslosigkeit gehören heutzutage ebenso zur normalen Erwerbsbiographie wie Zeiten des kürzeren Aussteigens, des Gar-nicht-hineinkommens, der Teilzeitbeschäftigung usw. Dennoch bleibt Erwerbsarbeit und Beruf die strukturierende Mitte unserer Gesellschaft und unseres Lebenslaufs. Die Anforderungen an berufliche Qualifikationen werden dabei zunehmend schwieriger zu erfüllen: Neue Technologien überfordern Auszubildende wie Ausbilder, eine breite Allgemeinbildung und solide Berufsausbildung sollen mit kurzen Ausbildungszeiten und geradlinigen Bildungskarrieren korrespondieren und schließlich wird Flexibilität, Mobilität und
lebenslanges Lernen gefordert. Was bedeutet dies für Jugendliche, die in Einrichtungen der Jugendhilfe aufwachsen und ohnehin unterpriviligiert sind? Dieses Heft macht daher die Berufsausbildung in der Jugendhilfe zum Schwerpunktthema. In den folgenden Artikeln werden sowohl Konzeptionen der beruflichen Bildung Jugendlicher im Heim vorgestellt als auch eher programmatische Diskussionen geführt. Es zeigt sich, daß Berufsausbildungsangebote in der Jugendhilfe durchaus dazu dienen können, daß sich Heime öffnen und zu sozialpädagogischen Zentren der Region werden können. Für die Erteilung von Abdruckgenehmigungen danken wir dem Votum Verlag Münster, dem Lambertus Verlag Freiburg, dem
AFET
und BBJ Consult.