Materialien zur Heimerziehung - Ausgabe 01 -1992
Mit der Aufnahme in das Kinder- und Jugendhilfegesetz (KJHG) wurden die auf eine bald 25jährige Erfahrung zurückblikkenden Tagesheimgruppen zu einer Art Pflichtangebot der Jugendämter neben den etablierten stationären Erziehungshilfen Heim und Pflegefamille. In diesem Heft soll es daher unter der Überschrift
Tagesgruppen und das KJHG
um eine „Verortung" dieses Angebots im Spektrum der anderen, ja ihrerseits durch das Gesetz neu formatierten Jugendhilfen gehen. Dabei ist eine positive, d. h. die eigene Identität nicht aus Negativabgrenzungen schöpfende Bestimmung dessen, was Tagesgruppenarbeit ausmacht, gar nicht so einfach. Man denke nur an die Unterschiedlichkeit der vorhandenen Konzeptionen zwischen therapieorientierter „ Behandlung" von jungen Menschen in Tagesgruppen einerseits und alltagspädagogisch orientierter „ Begleitung" von Kindern/Jugendlichen andererseits. Aber nicht nur in Bezug auf diese interne Konzeptionsdebatte, sondern auch im Verhältnis nach „außen", z. B. zum Heim, zur sozialen Gruppenarbeit und zum Hort stehen spannend- spannungsreiche und notwendige Klärungen an. Die folgenden, überwiegend aus dem Diskussionszusammenhang der
IGfH
-Fachgruppe entstandenen Texte, stellen erste Schritte bei einer Standortbestimmung der Tagesgruppen Im System der Jugendhilfe dar. Ein umfangreicherer Sammelband zum Stand der konzeptionellen Diskussion und den Perspektiven der Tagesgruppen soll (im Sommer/Herbst 1992) folgen.