Materialien zur Heimerziehung - Ausgabe 01 -1982
Das vorliegende Heft der „Materialien zur Heimerziehung" beschäftigt sich mit der Frage von Demokratisierungsprozessen und Entscheidungsstrukturen im Heim.
Wir geben den Bericht über eine Tagung wieder, die zu diesem Thema vom 22.-24. 1. 1981 in dem heilpädagogischen Zentrum (HPZ) „Haus am Margaretenanger" in Lohhof bei München stattfand, einschließlich einem Materialienteil, der allen Teilnehmern zur Verfügung stand. Konkreter Gegenstand der Tagung war die spezielle Situation im HPZ.
Der Bericht dokumentiert einen noch andauernden Prozeß. Die derzeitige Situation schätzt der Heimleiter des HPZ Klaus v. Landenberg, folgendermaßen ein:
„Die seit 1979 erprobte Satzung des Leitungsteams ist der Versuch einer Strukturierung der partnerschaftlichen Arbeitsweise im Verbundsystem HPZ. Der Träger des Verbundsystems, der
DPWV
- Landesverband Bayern, hat diese Satzung nicht als für diese Einrichtung des Verbandes gültige Form anerkannt.
Die Satzung wurde 2 Jahre erprobt, hat sich aber in dieser Form nicht bewährt und bedarf der Neuformulierung. Insbesondere muß die Leitungskompetenz eindeutiger definiert werden.
Bewährt hat sich der Grundgedanke, die Kompetenz des Erziehers zu stützen, Transparenz für die Mitarbeiter herzustellen und Informationswege zwischen Leitung, Verwaltung und Erziehern zu gewährleisten. Festgehalten werden soll an der Zusammenarbeit kleiner Einheiten (5-6 Teams) in Form eines Gremiums, das mit Entscheidungsbefugnis ausgestattet ist, die im konkreten Einzelfall im Zusammenwirken mit der Heimleitung wahrgenommen wird.
Die Heimleitung ist gehalten. Verwaltungsentscheidungen zu begründen und solche Maßnahmen, die den erzieherischen Bereich unmittelbar betreffen, in den einzelnen Teams zur Diskussion zu stellen. Die Größe des Verbundsystems mit inzwischen 140 Kindern und Jugendlichen und mehr als hundert Mitarbeitern macht eine klare Abtrennung von Kompetenzen und eindeutige Entscheidungswege nötig."