Materialien zur Heimerziehung - Ausgabe 01 + 02 -1994

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Wenn alle Stricke reißen..." Erzieherische Hilfen zwischen alten und neuen sozialen Bindungen

Jugendprobleme sind einerseits ein Seismograph allgemeiner gesellschaftlicher Wandlungsprozesse. Jugendliche, die serienweise Autos klauen oder auf andere gefährliche Weise ihre Grenzen austesten, die Zunahme gewalttätiger Jugendgangs in den Großstädten, Kinder und Jugendliche, die ständig „ austicken", die „ nicht mehr erreichbar" sind, Jugendliche, die sich soziale Bindungen zwischen Reichskriegsflagge und „ Doitsch-sein" in Neonazi-Zirkeln suchen-diese, von den Medien teilweise stark dramatisierten Verhaltensweisen, sind Ausdruck auch gesellschaftlicher Verunsicherungen und der Erosion sozialstaatlicher Integrationsmechanismen.
Andererseits bringen Kinder und Jugendliche - in oft noch so unakzeptabler und problematischer Weise - damit zum Ausdruck, daß sie am allgemeinen Leben und am Wohlstand, an Geborgenheit und am Sozialen teilhaben wollen, und uns etwas zu sagen haben. Wir müssen nur hinhören und hinsehen lernen, um antworten zu können. Dies waren die Vorüberlegungen für die IGfH -Jahrestagung 1993 in Berlin. Und die Autorinnen der in diesem Heft veröffentlichten Plenarvorträge haben genau hingesehen - auf „ die" Gesellschaft, auf „ die" Jugend und auf uns professionelle Jugendhelfer/innen und unsere pädagogischen Möglichkeiten. Viel Spaß und - bei diesem dicken Heft: Muße beim Nach-Lesen!

W. Trede

Erscheinungsjahr
1994
Ausgabe
1
Sammelband
Nein